Rückblick

1893

Am 14. Dezember 1893 fand die konstituierende Generalversammlung zur Gründung der Sektion Hanau statt. Die Versammlung wählte folgende Personen:

Dr. Fues – Vorsitzender
Dr. Schmidt – Stellvertretender Vorsitzender
Dr. Bulle – Schriftführer
C. König – Kassierer
H. Heraeus – Bibliothekar

1894

13. Januar 1894 – Gründungsfest der Sektion Hanau. Bei diesem Anlass bereits 46 Mitglieder.
Zum Jahresende zählte man bereits 144 Mitglieder.

Sommer 1894 – Auf Grund einer Anregung des 1. Präsidenten der Nachbarsektion Frankfurt, Dr. Petersen, besuchte Dr. Fues die Lechtaler Alpen, im Besonderen das Gebiet der Parzinngruppe. Dieser kurze Aufenthalt genügte, um die Gegend als sehr geeignet für einen Hüttenbau erscheinen zu lassen.

2. Oktober 1894 – Außerordentliche Generalversammlung zum Antrag eines Hüttenbaus auf dem Parzinnbühl in den Lechtaler Alpen. Der Sektion standen 1000 Mark zum Hüttenbau zur Verfügung. Der Betrag wurde durch spendenfreudige Mitglieder auf über 2000 Mark aufgestockt.

Dezember 1894 – Gesuch an den Zentralausschuss zur Errichtung einer Unterkunftshütte. Gesuch an die Marktgemeinde Imst über eine kostenfreie Überlassung von 100qm Grund zur Errichtung einer Unterkunftshütte.

1895

Zusicherung Dr. Christomannos dem Antrag im Wege- und Hüttenbauausschuss zuzustimmen.
Das Stiftungsfest am 14. Dezember stand ganz im Zeichen des Hüttenbaues.

1896

Zwar konnte im Jahr 1896 zuerst durch gewaltige Schneefälle im Frühsommer und später durch niederträchtig schlechtes Wetter der Hüttenbau fertig gestellt werden. Die Einweihungsfeier musste aber auf das Jahr 1897 verschoben werden.

1897

19. Juli 1897 – Einweihung der Hanauer Hütte
Die ca. 6 mal 6,5 m große Hütte verfügt nun über ein Herrenschlafzimmer mit 5-6 Pritschenlager, ein Damenschlafraum für 3-4 Personen und im Dachbereich ist für Führer und Landleute ein Heulager vorgesehen.

1899

Auf Einladung der Sektion Hanau besuchten im Jahr 1899 Ludwig Purtscheller und Edward Theodor Compton die Hanauer Hütte. Beide waren von der Schönheit des Parzinngebietes begeistert.
Ludwig Purtscheller führte einige Erstbesteigungen namhafter Gipfel durch. Der Maler E.T.Compton fertigte eine größere Anzahl Zeichnungen und Skizzen von Gipfeln an.

Purtschellers Erschließungsarbeit sollte in der Alpenvereins-Zeitschrift des Jahres 1900 zum Ausdruck kommen.

Leider verunglückte Purtscheller in der Schweiz an der Aiguille du Dru und erlag später seinen Verletzungen.

1900

Herr H. Uhde-Bernay setzte die Bearbeitung der Erforschung des Parzinngebietes als Nachfolger Purtschellers fort. Seine ausführliche Ausarbeitung fand Einzug in die Zeitschrift der Deutschen und Österreichischen Alpenvereins Jahrgang 1901.

1906

Die Generalversammlung stimmt einer Erweiterung der Hanauer Hütte durch einen Zubau zu.

1909

Die Einweihung des Zubaues findet am 20. Juli 1909 statt. Die Hütte verfügt nun über 4 zusätzliche Zimmer mit je 2 Betten, sowie ein Matratzenlager für 20 Touristen. Ab diesem Zeitpunkt wird die Hütte von Eduard Lechleitner ständig bewirtschaftet.

Die Eröffnung des Uhde-Bernays-Weges wird mit der Einweihungsfeier verbunden. Dieser stellt einen neuen Zugang von Gramais zu Hanauer Hütte dar. Der Weg führt von Gramais am Kogelsee vorbei und über die Kogelseescharte in ca. 3,5 Stunden zur Hanauer Hütte.

Viele Jahre später, 1941, bekommt der Deutsche Alpenverein Sektion Hanau einen Brief vom Deutschen Alpenverein Bergsteigerbund. Aus dem Inhalt ist zu entnehmen, dass der Vereinsführung des Bergsteigerbundes eine Auskunft zu Teil wurde, dass Herr Hermann Uhde-Bernays Stiefsohn eines Juden sei. Damit sind die Bezeichnungen und die Markierungen des nach ihm benannten Weges sofort zu entfernen.

1913

Bereits in der Generalversammlung im Jahr 1910 wurde dem Bau einer Wasserleitung zugestimmt. Die Kosten wurden durch Übernahme zinsfreier Anteilscheine von opferbereiten Mitgliedern gedeckt.
Im Jahr 1913 wurde von der Mitgliederversammlung der Bau eines Holz- und Kuhstalles genehmigt. Bedingt durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs konnte der Stall erst im Jahr 1920 fertig gestellt
werden.

1921

Die Mitgliederversammlung stimmt am 13. Dezember 1921 der Erweiterung der Hanauer Hütte zu.
Die Hütte soll um den Anbau einer Küche, den Ausbau des Dachgeschosses und Räumlichkeiten für das Hüttenpersonal erweitert werden. Die Kosten wurden auf 45000 Mark geschätzt.

1923

Aus der Mitgliederversammlung vom 23.1.1923 geht hervor, dass die Erweiterung der Hanauer Hütte durch die Entwertung der Währung in Frage gestellt sei.
Zur Mitgliederversammlung am 18.12.1923 zeichnet sich das traurigste Bild in der Vereinsgeschichte ab. Der geplante Erweiterungsbau ist ganz unmöglich. Mit den Einnahmen könnte man nicht einmal die Kosten zur Vermessung des Hüttenplatzes bezahlen.

1925

Die Inflation ist vorbei, das Geld ist wieder etwas wert. Das an der Mitgliederversammlung vorgelegte und genehmigte Projekt des Hüttenumbaues wird wieder aufgenommen. Die Kosten werden auf insgesamt 6500 Reichsmark geschätzt.

1926

Am 30. Juli findet die Einweihungsfeier des Erweiterungsbaues statt.

1929

Erbauung eines Stalles und eines Waschküchenraumes der zugleich Selbstversorgern zur Verfügung steht.

1939

Die Hauptversammlung beschließt eine Beleuchtungsanlage auf der Hütte zu installieren. Die Kosten werden auf 7300 Mark geschätzt.

1940-42

In diesen Jahren wurde die Beleuchtungsanlage unter größter Anstrengung fertig gestellt. In Ermangelung von Hilfskräften, in diesen Kriegsjahren, wurde der Transport der Rohre und aller Baumaterialien von Frauen, älteren Männern und Kinder erledigt. Dies führte auch zu einer deutlichen Verteuerung des Projektes. Insgesamt wurde 13250 Mark aufgewendet.

1943

Trotz aller Kriegsnöte fand die Einweihung des Lichtwerkes am 18. Juli 1943 statt.

1945

Die Hanauer Hütte untersteht dem treuhänderischen Verwaltungsausschuss des Alpenvereins Innsbruck. Ein Hüttenbetreuer wird eingesetzt. Jede Vereinstätigkeit wird über Jahre nicht möglich sein.

1956

Die Hanauer Hütte geht wieder in den Eigentum der Sektion über.
Dieses Ereignis gab der Sektion Hanau die Veranlassung, am 17. Juni, zum Tag der deutschen Einheit, die Rückgabe auf ihrer Hütte festlich zu begehen.

1961

Eine Materialseilbahn wird geplant. Erster Bauabschnitt soll die Herstellung des Zufahrtsweges zur Talstation sein.

1962

Bau der Materialseilbahn, leider konnte die Einweihung nicht mehr in diesem Jahr durchgeführt werden.

1963

Die Einweihung der Materialseilbahn fand am 15. Juni 1963 statt.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 45025,-DM.
Im November beginnen die Planungen für einen sich notwendig erweisenden Winterraum. Geplant ist, den hinter der Hütte stehender Wirtschaftsraum so umzubauen, dass dort 30 weitere Schlafstellen geschaffen werden.

1964-66

Der Bau des Winterraumes, der hauptsächlich durch Sektionsmitglieder gebaut wurde, verzögerte sich immer wieder durch schlechte Verhältnisse. Nach tagelangen Regenfällen, im Juni 1965, rutsche der Weg ins Angerletal auf einer Länge von 20m in den Bach hinunter. Hier musste erst noch ein Teil des Waldes geschlagen werden, um die Abbruchstelle weiter oben passieren zu können.
Am 18. September 1966 wurde der Winterraum schließlich eingeweiht.

1968

Die Bezirkshauptmannschaft Imst fordert eine Abwasserbeseitigungsanlage. Der immer größer werdende Besucherstrom erfordert die Erweiterung des Aufenthaltsraumes.

1969

Die Sektion Hanau im Deutschen Alpenverein feierte ihr 75 Jähriges Bestehen. Die Wasserleitung aus dem Jahre 1912, vom Rost angenagt, wurde von Hüttenwirt Auer durch eine Kunststoffleitung ersetzt. Erste Pläne zur Erweiterung der Hütte wurden angefertigt.
Die Straße nach Boden über das Hahntennjoch nach Imst wurde fertig gestellt.

1970

Bei der Hauptversammlung im April berichtete man über die vorgesehenen Baumaßnahmen zur Erweiterung der Hütte. Drei Schwerpunkte werden die Arbeit in den nächsten Jahren bestimmen: Die Lücke zwischen Hütte und Winterraum soll durch einem massiven Bau geschlossen werden, die sanitären Anlagen sollen verbessert und der Tagesraum vergrößern werden. Bei der Stadtgemeinde Imst wurde die Genehmigung für den Bau eingeholt.

1971

Dr. Wilhelm Heinrich Heraeus wurde Ehrenvorsitzender. Als Vorsitzender hat er viel zur Erhaltung und zum Ausbau der Hütte beigetragen.

Ein Sektionsmitglied stiftete für die Hütte eine Einbauküche. Der Fußboden im Gastraum wurde erneuert und mit einem PVC-Belag versehen. Die Lücke zwischen der Hütte und dem Winterraum wurde durch einen Erweiterungsbau geschlossen. Im DAV-Hüttenbuch stehen nun folgende Angaben: 24 Betten, 48 Lager, 8 Notlager, ein Winterraum mit 33 Lagern mit AV-Schlüssel zugänglich.

1973

Am 23. September feierte die Sektion die Einweihung des Erweiterungsbaues, der die Lücke zwischen Hütte und Winterraum schließt. An diesem Tag konnte man fast 150 Gäste begrüßen, darunter auch viele Einheimische. Eine Bergmesse, zelebriert vom Pfarrer Schautzgy, unterstützt durch die Blaskapelle Bschlabs, schloss die Feierstunde ab.

1974

Die Sektion bestand 80 Jahre. Die Bergsteigergruppe errichtete am 13. Juni auf der Parzinnspitze und die Wandergruppe am 29. Juni auf der Kogelseespitze ein Gipfelkreuz.

Zwei Schlafräume im Erdgeschoß wurden in den Gastraum einbezogen, und so 30 zusätzliche Sitzplätze geschaffen.

Am 8. September stieg man bei schönstem Wetter hinauf zum Gufelseejoch, um zusammen mit Einheimischen und der Bschlabser Blaskapelle eine Bergmesse abzuhalten. Pfarrer Schautzgy weihte auf der Parzinnspitze und Kogelseespitze mit einigen Bergfreunden die Gipfelkreuze.

1975

In diesem Jahr wurden folgende Baumaßnahmen für die Hütte durchgeführt: Das alte Haus wurde massiv umbaut. Das Holzhaus im Erdgeschoß blieb stehen, um den Hüttencharakter zu erhalten. Im Juni wurde die geforderte Abwasserkläranlage unterhalb der Hütte montiert.

1976

Das Obergeschoß sowie das Dach wurden dem bestehenden Massivbau angeglichen. Im ehemaligen Stall der Hütte wurde ein neuer Winterraum mit 8 Schlafplätzen eingerichtet. Die Ummauerung der alten Hütte wurde im Herbst durchgeführt. Die überbaute Veranda bekam ein Notdach. Fenster wurden eingebaut und abgedichtet.

1977

Im Frühjahr meldete der Hüttenpächter, dass das Seil der Materialseilbahn durch eine Lawine zerstört wurde.
Die Bauarbeiten ruhten, die weiteren Arbeiten wurden an eine Baufirma übergeben. Im November erreichte die Sektion eine weitere Hiobs-Botschaft, ein schwerer Sturm hatte nicht nur das Notdach, sondern auch ein großes Stück Dach der alten Hütte weggerissen und den oberen Teil der Hütte voll Schnee geweht.

1978

Schon im Mai begann man Material zur Hütte zu bringen und Vorarbeiten zu leisten. Im Juni begannen die Bauarbeiten. Im Juli errichtete die Wandergruppe auf der Reichspitze ein Gipfelkreuz. Im August waren alle Maurer-, Beton- und Dachdeckerarbeiten abgeschlossen. Der Hüttenumbau war somit im Rohbau fertig gestellt. Am 17. September fand die Kreuzeinweihung statt. Als Gäste kamen der Bürgermeister von Boden und die Gemeindevertreter von Imst. Pfarrer Schautzgy nahm mit 30 Bergfreunden auf dem Gipfel der Reichspitze die Kreuzeinweihung vor. Anschließend fand am Galtseitenjoch unter Teilnahme der Bevölkerung eine Bergmesse statt. Die Bschlabser Kapelle gab dem ganzen einen würdigen Rahmen.

1979

Nun wurde mit dem Innenausbau begonnen. Neue größere und kleinere Matratzenlager entstanden. Die Lager wurden der extremen klimatischen Verhältnisse wegen mit Wärmedämmung ausgestattet. Auch der Ausbau der Tagesräume im Erdgeschoß sowie einer Pächterwohnung wurde durchgeführt. Schon Mitte Juni wurden die Lager fertig gestellt. Die Hütte hat nun 123 Lager. Im Juli wurde der Tages- und Gastraum fertig. Das Kreuz auf der Dremelspitze war umgestürzt und muss erneuert werden.

1981

Im Sommer erstellten Bergsteiger der Sektion Hanau auf dem Hausberg der Hanauer Hütte, der 2741 m hohen Dremelspitze, ein neues Gipfelkreuz. Am 27. September fand die Einweihung der Hanauer Hütte statt. Nach 6 Jahren war das Bauvorhaben abgeschlossen. Gleichzeitig mit der Hüttenweihe fand auch die Weihe, des am Vortag aufgestellten Kreuzes auf der Dremelspitze, durch Pfarrer Schautzgy statt. Untermalt wurde die Bergmesse von der Blaskapelle aus Bschlabs.

1983

Bei einem Besuch der Hütte durch den Hüttenwart Jochen Schröter im August wurden erste Erkundungen entlang des Baches für die Möglichkeit zum Aufstellen eines neuen E-Werkes durchgeführt.
Noch im Oktober wurde eine Vorstudie erstellt. Geplant wurde eine Pelton-Turbine, die bei einem Gefälle von 35 m eine Leistung von 35 kW Leistung erbringt.

1987

Die Hanauer Hütte feierte ihren 90. Geburtstag. Zur Feier konnte der 1. Vorsitzende Kurt Heinrich die Spitzen der Behörden von Hanau, Imst und Boden begrüßen. Nach der durch Pfarrer Schautzgy zelebrierten Bergmesse, gibt Hüttenwart Jochen Schröter einen geschichtlichen Überblick über die Hütte. Nach Jahren der Planung und immer wieder auftretenden Problemen bei der Durchführung des Bauvorhabens, konnten die Besucher der Feier den ersten Bauabschnitt des Wasserkraftwerkes besichtigen.

1989

Im Laufe der kurzen Hüttensaison wurde das Maschinenhaus mit den Fundamenten für Turbine und Generator erstellt. Im September waren die Bauarbeiten abgeschlossen.

1991

Im Frühjahr kündigte Berna Eberhard die Pacht, sie war 20 Jahre auf der Hanauer Hütte. Bei der Suche nach einem neuen Pächterpaar fiel die Wahl auf Anita und Werner Hellweger aus Strengen am Arlberg. Anfang Juli begann die Fa. Geppert aus Hall in Tirol mit dem Zusammenschweißen der Druckrohrleitung. Parallel dazu wurde im Kraftwerkshaus Turbine, Generator und Regler, sowie die elektrische Ausrüstung montiert und das Versorgungskabel zum Wasserschloss verlegt. Im Sommer wurde mit der Einrichtung eines Klettergartens unterhalb der Schlenkerspitzen begonnen. Aufregung gab es noch einmal als das alte Kraftwerk am 31. Juli seinen Geist aufgab. Der Fa. Geppert gelang es jedoch, das neue Kraftwerk am 2. August in Betrieb zu nehmen.

1992

Das Jahr stand im Zeichen der Einweihung des Kraftwerkes. Doch zunächst hatte eine Lawine die Seile der Materialseilbahn verschüttet. Sie müssen ausgegraben bzw. freigesprengt werden. Der Zufahrtsweg ist von großen Murren verschüttet worden, ein Radlader muss zur Räumung eingesetzt werden. Am 18. Juli war es dann soweit. Viele Bergfreunde, nicht nur aus Hanau, hatten sich zu einer Bergmesse versammelt. Die Stille der Bergwelt wurde nur durch die Klänge eines Alphornes unterbrochen. Pfarrer Schautzgy zelebrierte die Bergmesse, musikalisch wurde sie von der Bschlabser Blaskapelle begleitet. Der 1. Vorsitzende Kurt Heinrich konnte viele Vertreter von Stadt, Land, Behörden, Firmen und Sektionen begrüßen, bei denen man sich für ihren Einsatz beim Bau des Kraftwerkes bedankte. Bei einem gemütlichen Zusammensein mit den Gästen klang ein schöner Tag auf der Hütte aus.

1993

Noch vor Öffnung der Hütte wurde die Küche umgebaut und mit einem neuen Fußboden versehen. Die alten Möbel wurden durch eine moderne Einbauküche ersetzt. Die mit dem Bau der Kraftwerksanlage verbundenen Umweltauflagen wurden bei einem Arbeitseinsatz erfüllt. Für die Materialseilbahn, mittlerweile 30 Jahre alt, wird ein Sanierungsplan entworfen.

1994

Im März feierte die Sektion ihr 100 jähriges Bestehen. Nach einem Unwetter im Juli und einem weiteren im August war das Angerletal von großen Muren verschüttet und zeitweise unpassierbar. An der Materialseilbahn wurde der untere Mast frei gespült. Mit Hilfe der Stadtgemeinde Imst gelang es, das Tal wieder passierbar zu machen. Im September wurde ein Stromaggregat für die wasserarme Zeit installiert.

1995

Wieder bliebt das Angerletal im Juli und August nicht von schwereren Unwettern verschont. Bei letzterem wurde der Weg von 9 Muren bis zu 8 Meter hoch zugeschüttet. Nach dem Unwetter wurden an zwei Stellen große Durchlaßrohre im Fahrweg verlegt. Am Hüttenaufstieg wurde eine neue Brücke über den Bach gebaut.

1996

Noch vor Hütteneröffnung wurden die Sanitärräume saniert. Im Gastraum der Hütte wurde ein großer Kachelofen eingebaut. Verbunden mit einer Eckbank und einem großen runden Tisch ist er das Schmuckstück der Hütte. Beim Arbeitseinsatz wurde der Hüttenaufstieg mit 450 Pflanzen, Latschen, Spirken und Zirben rekultiviert.

1997

Bei einem Besuch Anfang März 1997, beim DAV München, Referat Hütten und Wege, wird der Vorschlag gemacht, die Hanauer Hütte, auf der Breite des talseitigen Anbaues 5,0 m zum Tal hin zu erweitern. So könnten neben einem breiten Eingangsbereich im EG, Toiletten für Tagesgäste und Personal, ein Schuhraum, ein feuersicheres Treppenhaus und ein Raum für Ausbildung, der auch als zweiter Gastraum genutzt werden kann, untergebracht werden. Darunter ein Keller als Vorratsraum. Im OG Personalräume mit Dusche und WC.

Noch im gleichen Jahr arbeitet Dipl.-Ing. Fritz Hillenbrand, Architekt und Bauingenieur, eine Kosten­schätzung zum Umbau der Hanauer Hütte aus.

Bei einer Vorstandssitzung am 21. November 1997 wird der Umbau wie vom DAV-München vorgeschlagen durchgesprochen. Es müssen ca. 520.000,00 DM auf­gebracht werden. Die finanziellen Mittel der Sektion Hanau erlauben einen Umbau der Hütte nicht vor 1999. Dennoch gehen die Planungen weiter.

1998

Bei einem Besuch am 9. März beim DAV-München, wurde bei einem Gespräch zwischen dem Referat Hütten und Wege, Herrn Weber und den 1. Vors. N. Adora, Architekt F. Hillenbrand, Hüttenwart W. Trapp, die Möglichkeit von Beihilfen und Darlehen für den Umbau der Hanauer Hütte besprochen.

Für den vorgesehenen Umbau der Hanauer Hütte, bedingt durch Auflagen der BH-Imst und des DAV-München, wurden eine Beihilfe in Höhe von 125.000,- DM und ein Darlehen in gleicher Höhe, 125.000,- DM in Aussicht gestellt. Die Gelder sind als Verpflichtungsermächtigung für 1999 vorgemerkt.

Am 22. Juni besuchten der 1. Vors. N. Adora und Hüttenwart W. Trapp den Bürgermeister der Stadt­gemeinde Imst, Manfred Krismer. Es wurde der Umbau der Hanauer Hütte durchgesprochen, es gab keine Einwände. Die Hanauer Hütte wird, bis auf einen Windfang, in ihrem Grundriss nicht verändert. Der zu bauende Windfang befindet sich auf Grund und Boden der Sektion Hanau. Den Umbaumaßnahmen im Inneren der Hanauer Hütte steht nichts im Wege. Die Baugenehmigung wurde inzwischen erteilt.

Am gleichen Tag wurde auch die Bezirkshaupt­mannschaft Imst – Dr. Riccabona zwecks Änderung der Betriebsanlagengenehmigung gemäß § 81 GewO von 1994 besucht. Die in Zusammenarbeit mit dem DAV – München, Referat Hütten und Wege, erstellten Zeichnungen über den, durch Auflagen und Vorschriften, geforderten Umbau der Hanauer Hütte. Nach Einsichtnahme in die Vorlagen durch Dr. Riccabona, wurden diese für ausreichend befunden.

Es wurde mit Dr. Riccabona vereinbart, das er mit den zuständigen Herren der Bezirkshauptmannschaft im Juli zur Hanauer Hütte kommt, um dort letzte Unstimmigkeiten zu klären.

Am 7. Juli war der Zusammentritt der Amtsabordnung der Bezirkshauptmannschaft Imst auf der Hanauer Hütte. Die Sektion Hanau hatte bei der BH-Imst um die gewerbepolizeiliche Genehmigung zum Umbau der Hanauer Hütte angesucht.

Teilnehmer waren: Dr. Riccabona, Ing. Gigele, Ing. Hackl, Ing. Tschiderer, Architekt Hillenbrand und Hüttenwart Trapp.

Mit Einverständnis der Sektion Hanau wurden Abänderungen vereinbart. Die Zeichnungen werden von Architekt F. Hillenbrand geändert.

Inzwischen wurde der Umbau der Hanauer Hütte mit einem Bescheid, der Bezirkshauptmannschaft Imst, vom 16.09.1998 unter gewissen Auflagen genehmigt.

Im September traf sich Architekt Fritz Hillenbrand wegen dem geplanten Umbau der Hütte noch einmal mit Angebotsfirmen. Die beabsichtigten Baumaß­nahmen wurden nochmals durchgesprochen und auf den neusten Stand gebracht. Erste Aufträge wurden für den Baubeginn im Jahr 1999 erteilt. So steht dem Umbau der Hanauer Hütte 1999 nichts im Wege.

1999

Beim Abgang einer Staub- und Grundlawine wurde am 23.02.1999 Galtür bis zur Ortsmitte auf einer Breite von 400 m verschüttet. Insgesamt wurden 53 Menschen von den Schneemassen begraben, 6 Einheimische und 25 Urlauber starben, 22 Menschen wurden gerettet. 11 Häuser wurden schwer beschädigt, davon 4 völlig zerstört.

Nur 40 km entfernt ist das Arbeitsgebiet der Sektion Hanau, mit der Hanauer Hütte, es stellte sich die Frage, sind auch dort Lawinen abgegangen?

Am 16.03.1999 bekam die Sektion Hanau durch den Hüttenpächter Werner Hellweger mitgeteilt, dass im Angerletal mehrere Lawinen abgegangen sind. Niemand traut sich wegen der großen Lawinengefahr ins Angerletal. Bei einem Blick durch ein Fernglas wurde das Befürchtete zur Gewissheit. Die Talstation und die erste Stütze der Materialseilbahn wurden unter meterhohen Schneemassen begraben.

Sofort wurden die Bezirkshauptmannschaft Imst und der DAV-München verständigt: Mit großer Wahrschein­lichkeit wurde die Talstation und die erste Stütze durch eine Lawine zerstört.

Als am 29.03.1999 die Lawinengefahr nachließ, erreicht der Hüttenpächter auf Ski den Standort der Talstation. Außer zersplittertem Holz, verbogenen Stahlteilen, zwischen Resten von Bäumen auf meterhohem Schnee, ist nichts vorzufinden.

Die Sektion Hanau beauftragte den Hüttenpächter sofort Angebote bei Einheimischen Firmen einzuholen, die Mitte Mai bei der Sektion eintrafen.

Das Referat Hütten und Wege, DAV-München teilte der Sektion Hanau mit, dass der Schaden an der Material­seilbahn der Versicherung gemeldet wurde. Die Sektion Hanau wurde gebeten nach einer Schaden­besichtigung umgehend Nachricht über die ungefähre Schadenhöhe zu geben.

Mühsam fraß sich der Bagger vom 12. bis 25. Mai im Angerletal durch 9 m hohe Lawinenschneemaßen bis zum ehemaligen Standort der Talstation und der ersten Stütze.

Die Talstation der Materialseilbahn wurde vollkommen zerstört. Die Trümmer liegen auf einer Breite von ca. 50 m, bis zu 100 m talauswärts zwischen zersplitterten Bäumen. Es steht nur noch die Tragseilverankerung aus Beton mit verbogenen Stahlteilen. Der Transport­kasten ist auseinandergerissen, das Gehänge verbogen.

Die Stütze 1 der Materialseilbahn, ca. 100 m oberhalb der Talstation, wurde von ihrem Standort weggerissen. Während der untere Teil verbogen am Fundament hängend zurück blieb, wurde das obere Stück der Stütze bei der Talstation gefunden. Ein weiteres großes Stück liegt ca. 100 m unterhalb der Talstation. Der Rest liegt verteilt auf den abtauenden Lawinenresten.

Bis zur Hüttenöffnung im Juni 1999 wurde die Seilbahn entgegen den Vorgaben vom Referat Hütten und Wege soweit instand gesetzt, dass man bis zu 50 kg transportieren kann. So war nur ein Versorgungsflug mit einem Hubschrauber nötig.

Bei einem Treffen auf der Hanauer Hütte im August wurde die Lage mit Herr Felbermayer, Fa. Pümpel, Landeck, 1. Vors. Nikolaus Adora und Hüttenwart Wolfgang Trapp besprochen. Das Gesprächsergebnis lautete wie folgt: Die Materialseilbahn wird am alten Platz gebaut. Altes Tragseil, Zugseil und Telefonseil bleiben, oder können in vorhandenem Zustand verwendet werden. Mit den maschinellen Arbeiten wird die Fa. Schwendinger – Dornbirn beauftragt. Die Baumeisterarbeiten werden von der Fa. Pümpel durchgeführt. Die Talstation wird um 5,0 m talwärts verlängert und in Holzbauweise ausgeführt.

Am 18.10.1999 wurde von der Fa. Pümpel das neue Fundament der Stütze 1 und die Bodenplatte der Talstation gegossen. Um die Stütze 1 der Materialseilbahn wird noch ein Wall gegen Lawinen aufgeschüttet. Dies wird von der Fa. Schlichterle – Vorderhornbach durchführt.

Die Talstation wird wieder in Holzbauweise von der Fa. Pümpel innerhalb von zwei Wochen errichtet.
Eine Woche später am 25.10.1999 wurde die Stütze 1 (11 m hoch) von einem Traktor mit Anhänger aus Frastanz im Vorarlberg, wo sie von der Fa. Reich gefertigt wurde, angeliefert, und von der Fa. Schwendinger noch am gleichen Tag montiert.

2000

Noch bevor die Sektion Hanau die vom Referat Hütten und Wege geforderten Unterlagen einreichen konnte, bekam am 23.02.2000 die Sektion Hanau vom DAV-München neue Pläne für den geplanten Umbau der Hanauer Hütte.

Auf Vorschlag vom Referat Hütten und Wege, wird mit diesen umfangreichen Baumaßnahmen das Planungs­büro Ernst Pfeifer aus Gaschurn beauftragt. Am Sonntag, den 25.06.2000 traf sich der Vorstand der Sektion mit Herrn Ernst Pfeifer vom Planungsbüro für Innenarchitektur aus Gaschurn auf der Hütte. Die vom DAV-München erstellten Zeichnungen über den geplanten Umbau der Hanauer Hütte und die derzeitigen Bestandspläne wurden erläutert und diskutiert. Die Hanauer Hütte wurde in allen Teilen begangen und an Hand der Pläne erläutert. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass der Umbau nur in Verbindung mit der geplanten Abwasser­reinigungsanlage stattfinden kann.

Vom Planungsbüro Ernst Pfeifer bekam am 11.12.2000 die Sektion die Kostenschätzung nach der neusten Planung.

2001

Am 24.01.2001 fuhren 1. Vors. N. Adora, Schatz­meister H. Käsemann und Hüttenwart W. Trapp, zum Referat Hütten und Wege nach München. Es wurde erneut eine Verhandlung über die Sanierung und den Umbau der Hanauer Hütte geführt.

Für die Baumaßnahmen, Sanierung und Umbau der Hanauer Hütte, mussten alle Unterlagen noch einmal bei der Stadtgemeinde Imst neu eingereicht werden.

Weiter musste unter Bezugnahme auf den Schenkungs­vertrag vom 05.03.1987 bei der Stadtgemeinde Imst um die benötigte Grundstückvergrößerung angesucht werden.

Die Bauverhandlungen mit den zuständigen Behörden und das Einholen von Angeboten für die Sanierung und den Umbau der Hanauer Hütte, führte Architekt Pfeifer durch.

Die Sektion Hanau trug folgende Änderungswünsche beim Umbau Hanauer Hütte vor:

Die Terrasse wird auf das besprochene Niveau, Sockel­oberkante der Hütte gebracht und reicht bis zum seitlichen Eingang der Hütte. Vom hinteren Ausgang der Hütte zum Eingang des Seminarraumes sollte eine Überdachung und Bodenbelag vorgesehen werden, damit man bei schlechtem Wetter, trocken die Hütte und Sanitärräume erreichen kann. Trockenraum und Herrn Waschraum sollten am heutigen Standort belassen werden.

Die Zeichnungen wurden vom Referat Hütten und Wege, Herr Feldhusen geändert und wurden Architekt Pfeifer bzw. der Sektion zu­gesandt.

Nur 2 Tage später erhielt die Sektion Hanau, die geänderten Planungsunterlagen für die General­sanierung der Hanauer Hütte.

Außerdem den Lageplan mit der ausgewiesenen Zu­kauffläche, um die notwendigen Schritte bei der Stadt­gemeinde Imst unternehmen zu können.

Umgehend schrieb der 1. Vors. Nikolaus Adora, an die Stadtgemeinde Imst, Herrn Bürgermeister Krismer.

Jetzt kommt endlich alles in Bewegung. Am 22.05.2001 erteilt die Stadtgemeinde Imst die Baubewilligung zum Umbau und Sanierung der Hanauer Hütte.

Bei einem weiteren Treffen Anfang Juni beim Referat Hütten und Wege in München, wird die Finanzierung noch einmal durchgesprochen.

Montag der 2. Juli gegen 15.00 Uhr. Der Hüttenwart war mit seinen Mitarbeitern gerade dabei den Aufstiegsweg zur Hütte instand zu setzen, Gehölz zu pflanzen und Grassamen auszubringen. War da nicht ein Geräusch von einem Hubschrauber, es wir doch nicht irgendwo etwas passiert sein.

Das Geräusch kam näher, man konnte es nicht glauben, ein großer Hubschrauber mit einem ca. 4 t schweren Bagger am Lasthaken, der wirklich zur Hanauer Hütte fliegt. Nach kurzem Verweilen wurde der Bagger dort abgesetzt. Weiter geht es mit dem Fliegen der Baustelleneinrichtung und erstes Material wurde gebracht. Als wir am späten Nachmittag zur Hütte kamen, war der Bagger schon dabei, einen Lagerplatz für weiteres Material vorzubereiten.

Nun ging es voran, unter dem vorderen Teil der Hütte wurde mit dem Bagger ein Platz für den Keller geschaffen. Statt dem erwartenden Fels, stieß man nur auf Schotter und eine ca. 60 cm starken Humusschicht.

Die Arbeiten gingen in den folgenden Tagen zügig voran, während der Hubschrauber weiteres Material brachte, wurde der zukünftige Keller bereits eingeschalt. Am Freitag der gleichen Woche wurden das Fundament und die Kellerwände betoniert. Fast 50-mal flog der Hubschrauber, von einer Wiese bei Boden, im 5 Minutentakt zur Hanauer Hütte, um insgesamt 14 m³ Beton zu transportieren.

Anfang August wurde der Keller fertig gestellt, alle darüber liegende Räume wurden abgerissen. Mit dem Hochziehen der Außenmauern wurde begonnen.

Am 21. August waren der 1. Vorsitzender und der Hüttenwart unterwegs zur Hanauer Hütte. Jeder kennt Boden und den Weg von dort durch den Schwarzwald zur Angerlealm, was sie aber dort sahen verschlägt den beiden die Sprache. Drei Sattelzüge mit Paketen Fertigteilen und Bauholz, sauber in Folie verpackt und nummeriert, wurden mit einem Kran entladen. Man fragte sich, wie sind die nur auf dem schmalen Weg hierher gekommen. Die Brücke im Schwarzwald hatte man vorsichtshalber abgestützt.

Ein Hubschrauber der am Vormittag noch Beton geflogen hatte, kam um die Pakete an den Last­haken zu nehmen und zur Hütte zu bringen, wo die Last auf dem Hüttendach abgelegt wurde.

Als man die Hütte erreichte, sah man, dass am vorderen Teil der Hütte die Baumeisterarbeiten abgeschlossen waren. Jetzt waren die Zimmerleute gefragt, sie setzen inzwischen die ersten Elemente der Giebelwand auf der Nordseite der Hütte zusammen. Noch bis 22.00 Uhr im Licht von Scheinwerfer wurde gearbeitet, bis die Giebelwand stand.

Am frühen Morgen wurden die Zwischenwände der zukünftigen Personalräume, in die schon die Öffnungen für Türen und Fenster eingearbeitet waren, aufgestellt. Jeder Handgriff der Zimmerleute saß, jeder weiß genau was er zu tun hat, so wurden schon am Nach­mittag die ersten Deckenträger verlegt.

Mitte September versank die Hanauer Hütte und ihre Umgebung in eine Winterlandschaft, insgesamt fielen 50 cm Neuschnee.

Inzwischen wurden fertig gestellt:
Im nördlichen Anbau ein Schuh-, Trocken- und Wirtschaftsraum, sowie eine Personaltoilette im Erdgeschoß.

Im Obergeschoß, eine Dusche mit WC für den Pächter. Für das Personal getrennt voneinander Dusche und WC, sowie zwei Personalräume mit je einem Bett und ein Personalraum mit zwei Betten. Auf der Südseite die Damen und Herren Toiletten für Tagesgäste und der Seminarraum im Erdgeschoß.
Das gesamte Dach wurde erneuert und ist mit Teer­pappe gedeckt, es wurde noch selben Jahr mit verzinktem Blech versehen.

Die Außenfassade wurde zum großen Teil mit Holz verkleidet.

Bei einer Fahrt, des 1. Vors. Nikolaus Adora und Hüttenwart Wolfgang Trapp, in die Lechtaler Alpen vom 12.10. bis 14.10.2001, geht es um die Hütten­abrechnung, den Umbau und die Sanierung der Hanauer Hütte sowie einen Pächterwechsel.

Als mit den Baumaßnahmen am 3. Juli begonnen wurde, konnte man sich nicht vorstellen, dass man in diesem Jahr so weit kommen würde.

Das Erreichte war zweifelsohne ein Verdienst des Architekten Ernst Pfeifer. Er hatte durch seinen persönlichen Einsatz alle Beteiligten, teilweise unter schwierigsten Bedingungen, für unser gemeinsames Ziel motivieren können.

Nikolaus Adora und Wolfgang Trapp waren sowohl vom Umfang, als auch von der baulichen Ausführung der Arbeiten positiv überrascht. Die in der kurzen Zeit geleisteten Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen, übertrafen alle Erwartungen. Herr Ernst Pfeifer versprach alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die restlichen Gewerke möglichst vor Beginn der neuen Saison fertig zu stellen.

Aufgrund der unsicheren Bodenverhältnisse und der schlechten Bausubstanz, die nicht vorhersehbar waren, mussten einige Betonarbeiten aus statischen Gründen zusätzlich vorgenommen werden.

Die Kosten für den Hubschrauber waren in jedem Fall höher. Hier wurden die Kosten um 40% über­schritten.

Neu hinzukamen die Kosten für eine geforderte Brandmeldeanlage, die bereits installiert wurde.

Baumeister-, Zimmermanns- und Bautischlerarbeiten waren zu 90% abgeschlossen.

Spengler- und Dachdeckerarbeiten waren bis auf die Blitzableiter und das Dach der Talstation der Materialseilbahn abgeschlossen.

Auch die zu erwartenden Kosten, für die noch durchzu­führenden Arbeiten, im Jahr 2002, wurden von Ernst Pfeifer ermittelt und unmittelbar der Sektion mitgeteilt, um die weitere Finanzierung sicherzustellen.

Am 10. Dezember 2001, wurde der neue Hüttenpächter der Hanauer Hütte, Werner Kirschner und seine Frau Petra aus St. Leonhard / Pitztal, der Sektion während einer Beiratssitzung, vorgestellt. Am gleichen Tag wurde der Pachtvertrag unterschrieben.

2002

Mit den weiteren Sanierungsarbeiten wurde am 27. Mai 2002 begonnen.
Als erstes wurden im Pächter- und Personalbereich noch durchzuführende Arbeiten, Einbau von Dusche und WC, sowie das Einrichten der Zimmer durchge­führt. Parallel dazu wurde der Gastraum um das ehemalige Kogelseezimmer vergrößert. Im Eingangs­bereich wurden der Schuh-, Trocken- und Wirtschaftsraum fertig gestellt.

Im Keller wurden bei allen Lagerräumen und der Wasch­küche die Fußböden und Wände gefliest, bzw. mit weißem Strukturputz versehen.

Im Obergeschoß wurden Zimmer und Lager umgebaut und eingerichtet. Es wurde ein Übergang zu den Zimmern über dem Seminarraum geschaffen und die Zimmer mit Betten ausgebaut und fertig gestellt.

Die Wände des Seminarraums wurden mit weißem Strukturputz versehen. Eine einfache Kassettendecke und der Holzfußboden, geben dem Raum eine ange­nehme Atmosphäre. Möbel und eine Heizung mit Speicheröfen vervollständigen die Ausstattung.

Bei einem Besuch der Hanauer Hütte Mitte August durch den Hüttenwart Wolfgang Trapp und seinem Stellvertreter Stephan Pfeifer berichtete der Hüttenpächter stolz, dass bis jetzt ca. 2.500 Gäste auf der Hütte übernachtet haben. Er rechnet bis zu Saisonende mit 3.500 Übernachtungen. Vom 17. auf den 18. August hatten 103 Personen übernachtet. Im Seminarraum waren 16 Personen auf Notlager untergebracht.

Nach fast zwei Jahren konnte die Sektion Hanau im Deutschen Alpenverein die umfangreichsten Sanie­rungs- und Umbaumaßnahmen ihrer Hütte in den Lechtaler Alpen endlich abschließen. Die Hanauer Oberbürgermeisterin, Margret Härtel, und der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Karl Eyerkaufer, kamen persönlich zur Einweihungsfeier am ersten Septemberwochenende.

Das Mammutprojekt hatte nicht nur annähernd eine Million Euro verschlungen, sondern von den Verantwortlichen auch viele schlaflose Nächte, Engagement und Beharrlichkeit in der Durchsetzung ihrer Ziele gefordert. Der erste Vorsitzende Nikolaus Adora resümierte folglich:

„Wir freuen uns über das, was wir erreicht haben. Das von vielen, vor allem von kompetenter Seite, ausgesprochene Lob und die Anerkennung für das gelungene Projekt lässt uns Befriedigung verspüren. Diese positiven Reaktionen sehen wir durchaus als adäquaten Lohn für unsere harte Arbeit an“.

Die Sektion wollte sich in erster Linie bei allen bedanken, die wesentlichen Anteil am Gelingen der Baumaßnahmen hatten.

In seiner Begrüßungsrede hob der Vorsitzende die finanziellen Unterstützungen der Stadt Hanau, des Main-Kinzig-Kreises, des Deutschen Alpenvereins und des Landes Tirol besonders hervor und bedankte sich herzlich bei den jeweiligen Vertretern.

„Dieses Projekt wäre trotz überdurchschnittlicher Eigenleistung der Sektion ohne ihre Hilfe nicht zu realisieren gewesen“.

Oberbürgermeisterin Härtel und Landrat Eyerkaufer die der Hanauer Hütte immer wieder gerne einen Besuch abstatten, äußerten sich begeistert über das Geschaffene. In ihren Grußworten lobten sie die Leistungen und gratulierten den Verantwortliche und der Sektion zu der gelungenen und schönen Hanauer Hütte. Für die mitgebrachten Geschenke dankte Adora auch im Namen der Sektion.

Auch Vertreter der umliegenden Ortsgemeinden, des Landesverbandes Hessen im DAV, benachbarter Hüttensektionen, der Bergrettung und Bergwacht, von Firmen, die am Bau mitwirkten, Architekten und Bauleiter sowie Freunde aus dem Talort Boden über­brachten Grüße und Glückwünsche. Am Samstag­abend wurde den zahlreichen Gästen von dem Pitztaler Duo, Hans-Jörg und Benni, mit traditioneller Hütten­musik ordentlich eingeheizt.

Die abschließende Bergmesse fand am Sonntag wegen des starken Regens, unter Mitwirkung der Blaskapelle Bschlabs, im neuen Seminarraum statt. Zum ersten Mal zelebrierten zwei Priester die Berg­messe. Das Mitglied der Sektion Hanau, Pfarrer Dr. Norbert Zwergel und Pfarrer Martin Schautzgy aus Elmen

Nun wünscht sich die Sektion, dass der frisch aufge­putzten Dame „Hanauer Hütte“ möglichst viele Berginteressierte den Hof machen. Mit den neuen Pächtern, Werner und Petra Kirschner, und einer überdurch­schnittlichen Infrastruktur (eigenes Wasserkraftwerk, fließend warmes Wasser, Duschen, Schuh- und Trockenraum, Seminarraum und dem eigenen Kletter­garten, (auch Kinderfelsen) ist sie Bergquartier und zugleich Begegnungsstätte für Gleichgesinnte.