Dürre beeinträchtigt Hüttenbetrieb

Normalerweise rauscht der Angerlebach auch im Sommer munter ins Tal. Nicht so in diesem Sommer. Der Bach verkümmerte von Mitte Juli bis Ende August eher zu einem plätschernden Rinnsal. Das hatte Konsequenzen für den Hüttenbetrieb.

Dieser Sommer war in vielen Regionen extrem trocken. Was Urlauber und Feriengäste freut, kann für alle, die Regen brauchen, ein herber Einschnitt sein. Betroffen vom Niederschlagsmangel war in diesem Jahr auch der Bereich der Hanauer Hütte. Wenig Regen führte zu einem niedrigen Pegel im Angerlebach. Die Konsequenz: Das kleine Wasserkraftwerk zur Energieversorgung der Hütte konnte nicht mit voller Leistung fahren. Weniger Energie bedeutet zunächst nur kein warmes Wasser. Das kommt immer mal wieder vor. In diesem Jahr verschärfte sich die Situation: Immer mehr Geräte mussten zeitweise abgeschaltet werden. So konnte die für die Versorgung der Hütte wichtige Materialseilbahn nur eingeschränkt betrieben werden. Küchengeräte liefen auf kleiner Flamme, so dass im August zeitweise die Speisekarte reduziert wurde.

„Die meisten Hüttenbesucher hatten für die Situation Verständnis,“ sagte Werner Kirschner, der Hüttenwirt. Allerdings gab es auch die Sauertöpfe, die sich beschwerten, weil sie nicht morgens und abends duschen konnten. Oder auf ihren traditionellen Kaiserschmarrn verzichten mussten.

Wie das Thema der zeitweiligen Energieknappheit auf der Hütte gelöst werden kann, beschäftigt die Verantwortlichen der Sektion schon seit einigen Jahren. 2017 wurde mit Messungen zum Energiebedarf, der Ermittlung von Verbrauchsspitzen und der erzeugten Energiemenge ein solides Fundament für eine Lösungssuche gelegt. Ein weiterer Aspekt kam in diesem Jahr hinzu: Das Land Tirol fördert mit einem Programm die „Revitalisierung von Kleinwasserkraftwerken“. Unser Kraftwerk wird als förderungswürdig eingestuft.

Am 6. September fand ein Ortstermin auf der Hütte zur Kraftwerkssituation durch ein Expertenteam aus drei Ingenieuren von Wasser Tirol mit statt. Mit von der Partie waren Werner Kirschner, der Hüttenwirt, Erika Labes und Ludolf Schein. Ein erstes Fazit der Ingenieure: „Die Anlage ist generell in einem dem Alter entsprechenden guten technischen Zustand.“ DI Juri Vonmetz erläutert: „Die Maximalleistung des Kraftwerks reicht grundsätzlich aus, um die Hütte auch künftig mit elektrischer Energie versorgen zu können. Durch den Rückgang des Abflusses des genützten Baches im Hochsommer kommt es mittlerweile aber zu Engpässen bei der Energieversorgung der Hütte.“

Die einfachste und auch kostenmäßig vertretbare Lösung ist nach Einschätzung der Wasser Tirol die Schaffung eines größeren Puffervolumens bei der Wasserfassung, das zu Spitzenbedarfszeiten abgearbeitet wird und in Zeiten geringeren Bedarfs wieder gefüllt werden kann. Dafür wären eine Vergrößerung des bestehenden Teiches und ein Umbau des Wehres erforderlich. Auch müsste die Maschine auf Düsensteuerung umgerüstet werden, damit nur jenes Wasser entnommen wird, das im entsprechenden Moment auch tatsächlich gebraucht wird. Ein umfassendes Gutachten folgt.

Es sind aber noch Alternativen denkbar. Dazu zählen zum Beispiel intelligente Laststeuerung, Pufferung der Energie, stärkere Einbeziehung von Fotovoltaik, um nur einige zu nennen. Liegen die entscheidenden Daten vor, geht es um ein Konzept, das einerseits den zeitweisen Energiemangel löst und andererseits umweltfreundlich ist. Die endgültige Lösung wird wohl eine Kombination verschiedener Alternativen sein.

Bevor es soweit ist, sind aber noch weitere Informationen und viele Gespräche notwendig. Mit dabei sind der Hüttenwirt, örtliche Handwerker, externe Berater und das Referat Hütten und Wege vom Hauptverein in München. So können möglichst viele Aspekte dieses komplexen Projektes angesprochen und berücksichtigt werden.

Sie möchten mehr wissen? Wenden Sie sich an:

huettenreferent@dav-hanau.de

Mobil: (0171) 4 17 93 95

Ludolf Schein, Hüttenreferent